Projekt

Ada-Lessing-Park Hameln

Ada-Lessing-Park Hameln

Ada-Lessing-Park Hameln

Ada-Lessing-Park Hameln – Vom geschlossenen Areal zum offenen Quartier

Im Norden der Stadt Hameln entstand auf dem Gelände der ehemaligen Linsingenkaserne ein zukunftsweisendes Stadtquartier. Das Areal, das über Jahrzehnte von militärischer Nutzung geprägt und für die Öffentlichkeit unzugänglich war, wird zu einem lebendigen Bildungs- und Gesundheitscampus transformiert. Die Öffnung dieses bislang abgeschotteten Ortes schafft nicht nur neue Verbindungen innerhalb der Stadt, sondern auch Raum für Begegnung, Lernen und Erholung.

Ziel des Projekts ist es, zentrale Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen an einem Ort zu bündeln. So werden unter anderem die bisher auf drei Standorte verteilten Berufsschulen hier zusammengeführt, wodurch wertvolle Synergien entstehen. Im Herzen des neuen Quartiers bildet ein großzügiger Park das verbindende Element zwischen den unterschiedlichen Nutzungen.

Die vorhandene Bebauung wird teilweise weitergenutzt: Ein Ensemble aus den 1930er Jahren bleibt erhalten und prägt den Charakter des Ortes. Nicht erhaltenswerte Gebäude werden zurück gebaut, während belastete Flächen im Vorfeld umfassend saniert wurden. Das rund 22.900 m² große Projektgebiet erstreckt sich zwischen Süntelstraße und Mollerstraße und wird durch angrenzende Neubauflächen des Campus ergänzt.

Ein Park als verbindendes Zentrum

Fünf großzügig gestaltete Eingangsplätze – sogenannte „Ankerplätze“ – öffnen den Quartierspark zur Umgebung. Hochwertige Betonsteinpflaster sorgen für eine einladende Atmosphäre. Von hier aus spannen sich radial angeordnete Wege durch den Park, verbinden die einzelnen Bereiche miteinander und ermöglichen eine direkte Durchquerung aus allen Richtungen.

Ergänzend dazu führen differenzierte Wegetypen durch den Park: Ein ruhiger Weg entlang der westlichen Baugrenze sowie ein naturnaher Pfad aus Weserkies erschließen die östlichen, landschaftlich geprägten Bereiche.

Der vorhandene Baumbestand wurde weitgehend erhalten und durch robuste, klimaangepasste Gehölze ergänzt. Die Grünflächen gliedern sich in unterschiedliche Zonen mit jeweils eigenem Charakter und vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten:

• Offene Wiesenflächen im Süden laden zu Spiel und Sport ein, sei es Fußball, Frisbee oder Drachensteigen.
• Ein angrenzender Obstbaumhain mit Beerensträuchern macht den Park zu einem „essbaren Landschaftsraum“.
• Ein sanft modellierter Hügel mit kleinen Gehölzgruppen schafft geschützte Aufenthaltsbereiche und bietet im Winter sogar Möglichkeiten zum Rodeln.
• Naturnah gestaltete Wiesen werden extensiv gepflegt und fördern die Biodiversität.

Nachhaltige Wasserführung und Naturerlebnis

Im Nordosten des Parks wird eine abgesenkte Wiesenfläche als Retentionsraum genutzt. Sie dient der Aufnahme und Speicherung von Regenwasser und schützt das Gebiet bei Starkregenereignissen. Die Gestaltung mit Weiden, Stauden und verschiedenen Wiesenmischungen schafft eine naturnahe, abwechslungsreiche Landschaft.

Spielerische Naturerfahrungen ermöglichen kleine Balancier- und Kletterangebote aus unbehandeltem Robinienholz entlang der Wege.

Bewegung, Begegnung und Aufenthaltsqualität

Ein besonderer Ort entsteht im Bereich des ehemaligen Exerzierplatzes: Die abgesenkte Fläche wird zu einer Arena umgestaltet. Eine Böschung mit Sitzstufen bildet eine natürliche Tribüne für Veranstaltungen, Sport und gemeinschaftliche Aktivitäten.
Ein Bewegungsparcours sowie Calisthenics-Angebote laden hier generationenübergreifend zur sportlichen Betätigung ein. Ein Rundweg aus farbigem Asphalt bietet zusätzlich Raum für Inline-Skating oder Bobbycar-Fahrten.

Im Zentrum dieses Bereichs entsteht eine sanft modellierte Rasenlandschaft mit lockerem Baumbestand. Holzliegen laden hier zum Verweilen ein und schaffen Orte der Ruhe und Kontemplation.

Mit der Umwandlung der ehemaligen Linsingenkaserne entsteht ein offener, vielfältiger und nachhaltiger Stadtraum, der Bildung, Gesundheit, Natur und Gemeinschaft auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

Auftraggeber
Stadt Hameln
Fertigstellung
2023
Bauherr
Abt. 53 Stadtgrün Hameln
Leistungsphasen
6-8
Planungspartner
hutterreimann Landschaftsarchitektur
Fläche
ca. 22900 m²

Projektteam

Galerie

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